Alltag in Zeiten von Corona

Alltag in Zeiten von Corona

Es traf die Feuerwehr Baden – Baden vor einigen Wochen wie ein Schlag: Als eine der ersten Feuerwehren in Baden – Württemberg wurden zu Beginn der Corona-Krise zwei Feuerwehrbeamte positiv auf das Virus getestet. 22 weitere Feuerwehrangehörige mussten daraufhin vorsorglich in Quarantäne. Der Arbeit von vielen Helfern im Hintergrund ist es zu verdanken, dass die Einsatzbereitschaft niemals ernsthaft in Gefahr war.

Große Schilder hängen an den Türen und Toren der Feuerwache in der Schwarzwaldstraße. Sie beschränken aktuell selbst den eigenen freiwilligen Feuerwehrangehörigen den Zutritt zur Feuerwache. In den vergangenen Wochen hat sich einiges innerhalb der Feuerwehr geändert. Manchem dürfte der Mund-Nasen-Schutz aufgefallen sein, welchen die Einsatzkräfte inzwischen immer tragen. Das meiste geschieht allerdings im Hintergrund, für die Öffentlichkeit nicht wahrnehmbar. Dabei ist das oberste Ziel stets, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr aufrecht zu erhalten. “Einfach formuliert: Wenn ein Bürger unserer Stadt in einer Notlage die 112 wählt, dann muss er sich darauf verlassen können, dass auch in Corona-Zeiten schnell Hilfe vor Ort ist.”, so der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes, Clemens Schindler.

Seit das Virus sich in Deutschland und auch in Baden-Baden ausbreitet, wurde ein Krisenstab bei der Feuerwehr gebildet. Dieser hat unterschiedliche Aufgaben, von der Planung der verfügbaren Einsatzkräfte, über die Beschaffung und Koordination von Schutzmaterial, bis hin zur Einsatzplanung und -taktik in dieser besonderen Situation. Ein Stufenkonzept wurde ausgearbeitet, welches die Handlungsfähigkeit der Feuerwehr und deren Verwaltung sichern soll. Beginnend mit fest eingeteilten Kräften der freiwilligen Feuerwehrabteilungen, bis hin zu zusätzlich eingerichteten, provisorischen Feuerwachen. Die hauptamtlichen Feuerwehrbeamten in der Feuerwache haben ihren Schichtdienst inzwischen auf ein 48-Stunden-Intervall (anstatt der üblichen 24 Stunden) umgestellt.

All das soll die “Kontaktgruppen”, also den Kreis der gemeinsam arbeitenden Personen, so klein wie möglich halten. Damit erklären sich auch die Schilder an den Türen der Feuerwache. Es waren ereignisreiche Wochen.

Die beiden zuerst infizierten Feuerwehrangehörigen sind zwar inzwischen wieder genesen und in den aktiven Dienst zurückgekehrt, allerdings haben alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr ihren Ausbildungsbetrieb seit Wochen eingestellt, die hauptamtlichen Kräfte haben den Alltag und die Abläufe in der Feuerwache komplett umgestellt, um der Situation Rechnung zu tragen. Die Stäbe arbeiten im Hintergrund, die erdachten Konzepte greifen. “Diese Zeiten verlangen allen Angehörigen unserer Feuerwehr, haupt- wie ehrenamtlichen, viel ab.”, erläutert Verbandsvorsitzender Schindler. Eines war und bleibe hingegen das oberste Ziel: “Für die Bürger unserer Stadt da zu sein, wenn diese dringend Hilfe benötigen. Dafür arbeiten wir hier alle zusammen und das soll auch das Signal an die Bevölkerung sein – Sie können sich auch in Corona-Zeiten auf uns verlassen.”.

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